Überhöhte Erwartungen

Zu lange still hier, obwohl ich ein paar Dinge zu schreiben gehabt hätte. Schade. Aber jetzt … scheiß drauf.

Dumm nur wenn man nach so langer Stille sich vornimmt “Der nächste Post muss ein Killer werden!”.  Das weckt nur – überhöhte Erwartungen. Also fangen wir so gar nicht erst an.

Womit wir beim Thema wären – den diese Woche jedenfalls wird nicht geprägt werden durch solche. Eventuell vohanden gewesene wären spätestens heute morgen 6:44h gestorben. Und zwar durch folgenden Satz der Schaffneuse im ICE:

“11 EUR Zuschlag bitte!”

Darmstadt. Nach Frankfurt. Mit vorhandener IC Fahrkarte. 11 EUR.

Aus Neugier versuchte ich vorhin mal am Automaten den benötigten Zuschlag zu lösen. Nach 5 Minuten habe ich aufgegeben. Wer mir sagen kann wie das geht bekommt einen Kaffee. Hätte ich mal die Schnöse von heute morgen fragen sollen.

Küssen ist immer gut

Hochzeit (nicht meine). Handelnde Personen: Standesbeamtin (SB), Braut (Sie), Bräutigam (Er). Folgender Dialog:

SB: Falls Sie noch einmal eine unverheiratete Frau küssen möchten ist dies also Ihre letzte Gelegenheit …
Sie: loslosloslos!
Sie+Er: <küssen>
SB: Kannten Sie das schon? Das ist so ein Standardspruch von uns Standesbeamten …
Sie: Nein. Küssen ist immer gut

Die beiden gehören einfach zusammen, und die Feier war grandios.

ein schöööööner Tag

… naja, gemessen an dem “das Übliche”-Einheitsbrei, der die aktuelle Zeit ausmacht.

Folgendes.

Schön, die erste. Meeting.

Heute war ein Meeting in der Firma, es ging um Strategie und Konzepte für zukünftige Architekturfragen. Und man lud mich ein. (Das an sich war schon mal gut). Allerdings ging es dann darum, ein paar Begrifflichkeiten zu klären. Hier wurde insbesondere eine neue erfunden, damit man einen “nicht vorbelasteten Begriff” benutzen kann. Leider wusste dann niemand mehr wovon er redet. Ich merkte das ca. 5x an, und als dann jeder aus allen Richtungen gleichzeitig diskutierte habe ich mir die Moderation ziemlich unter den Nagel gerissen und 1h später herrschte Einigkeit. Und exakt das gleiche tat ich dann nachmittags noch einmal. Das war ziemlich erfolgreich, und ich fand mich ein bißchen gut heute :) .

Schön, die zweite. Schreibtisch.

Und hier kann man “schön” wörtlich nehmen – mein neuer Schreibtisch ist da, und er ist geil.

Und morgen gehe ich fliegen.

Es könnte aktuell schlechter laufen. Wenn es jetzt so weiter nach oben geht sitze ich Ende des Jahres im Cockpit. (jaja, man wird ja wohl noch träumen … )

Magische Anziehungskraft

Wer wie ich so ein Sonntags-Hobbyrebell ist muss öfter mal damit rechnen, dass er aneckt. Ich scheine da irgendwie eine Anziehungskraft entwickelt zu haben, die schon fast magisch ist.

Ich fahre allmorgendlich mit dem Rollerchen zum Bahnhof. Gerne mal an Autoschlangen an der Ampel vorbei, kurzer Schlenker über den Radweg oder so, dann steht man vorne und ist bereit für grün. Vorne. Klar, ne? Parken natürlich direkt neben dem Fahrradständer vor dem Bahnhof, wo sonst.

Dann am Bahnsteig. Mann, Typ “introvertierter Professor mit seicht-überheblich-seltsamen Lächeln” stellt sich vor mich (ich mit Sonnenbrille und Ohrstöpsel), und fängt an:

Ich würde Sie bitten, wenn Sie mit Ihrem Vehikel unterwegs sind, dass sie sich etwas mehr an den geltenden Regeln orientieren würden …

Ich war mir dank Ohrstöpsel und seiner Art mich anzusprechen (sich während er spricht seitlich in mein Blickfeld schiebend) nicht 100% sicher ob ich ihn richtig verstanden hatte, und habe wohl entsprechend irritiert geschaut.

Sie sind doch eben mit Ihrem Roller gefahren? Nicht? Und Sie haben da so einige absonderliche Dinge getan. Ich würde Sie bitten sich in Zukuft mehr an die Regeln zu halten. Dafür sind Regeln schließlich da.

Würde er vom Mars kommen, sein Denken könnte dem meinen nicht weniger unterschiedlich sein. Vermutlich schreibt er hauptberuflich Steuergesetze oder so. Ich bin ja (tastächlich!) der Überzeugung, dass es auch solche Menschen geben muss … nur manchmal frage ich mich schon, wofür genau.

Interessant ist auch, was genau er gesehen haben will (ich habe nicht gefragt) – denn ich bin schnell, und wenn er – wie auch immer – schon länger hinter mir gefahren ist, oder neben mir, dann kann er gar nicht legaler unterwegs gewesen sein, sonst hätte er den Zug nicht bekommen :) .  Wenn nicht, dann frage ich mich was genau ihn zu dieser Intervention veranlasste – wäre nicht das erste mal (und ich auch nicht der einzige) der auf dem Bahnhofsvorplatz mit dem Roller parkt, kann mir nicht vorstellen dass es das gewesen sein könnte … . Komischer Kauz.

Im Vorhof zur Hölle

Nackte Menschen im Dunkeln, gepresst aneinander, schwitzend, dazu Nebel und seltsamer Gestank … ganz klar, das ist die deutsche Sauna Aufguss-Meisterschaft in der Sauna in Erzhausen :) .

Was kann man berichten? Der Freitag. Thema: Der Klassische Aufguss. Ich war sogar Gast-Juror und durfte (leider nur) einen Aufguss in folgenden Kategeorien bewerten:

  • Lüften der Sauna
  • Verhalten vor dem Aufguss, Ansprache
  • Wedeltechniken
  • Luftzirkulation
  • Handtuchkontrolle (“kontrolliert er das Handtuch – oder kontrolliert das Handtuch ihn?)
  • Wassermanagement
  • Spiel mit den Gästen
  • Verhalten nach dem Aufguss

Und trotz des deutlich vorhandenen Loslach-Faktors beim Lesen sind das ziemlich objektive Kriterien wenn man das zwischen verschiedenen Aufgießern vergleicht … man glaubt es kaum, aber wahr.

Na, Samstag war dann Show-Aufguss, ich machte leider leider aus Zeitmangel nur drei mit. In diesen dreien bin ich fast gestorben in einem 17 Minuten Popsong-Aufguss, wurde in einer dunklen Sauna in den Vorhof der Hölle geführt (mit Nebelmaschine, viel rotem Licht, schweflig-leuchtendem Aufgusseimer und einem Irren mit einer Teufelsmaske), und durfte den Untergang der Titanic miterleben (mit Erdbeerbowle- und Bieraufguss, Eis, Eukalyptus, und einem sehr, sehr warm Angezogenen Aufgießer der danach fix und fertig war).

Geil war’s.

76 Weine

Letztes Wochenende war wieder mal Weinprobe im Prinz Emil Schlösschen von Molina in Darmstadt. Zweimal im Jahr der Weintermin schlechthin in dieser Stadt. Diesmal habe ich mir die “weinige Dreifaltigkeit” gegönnt – Freitag Abend Weinprobe italienischer Weine mit Stefan Maus (10 Weine zum Verkosten), Samstag Mittag die Premium Weinprobe im Schlösschen (10 andere Weine zum Verkosten), Sonntag Mittag dann die normale Weinprobe (ganz, ganz, ganz viele Weine zum Verkosten).

Ich schaffte in diesen drei Tagen 76 Weine – 10, 10, und 56. Ich hab’ mitgezählt.

Mit Abstand am meisten Spaß hat das “Fassraten” gemacht, dass wir mit den beiden Südtirolern (Lageder, Girlan) veranstalteten – war ein Wein im Faß oder nur im Stahl? Schwierig, schwierig. Und ich bin nicht soo gut darin. Weißweine sind da echt tückisch … .

Klare Favoriten gibts diesmal keine, so viele ausgezeichneten Kandidaten. Zu erwähnen allerdings gäbe es allerdings durchaus ein paar Sachen:

  • der Dessertwein von 1962 aus der Premium-Verkostung; sehr seltsames Gefühl, einen Wein zu trinken, der älter ist als ich (ein Wahnsinnswein …)
    (DON P.X. Selección, D.O. Montilla-Moriles, 1962 von Bodegas Toro Albalá)
  • “der krasse Weiße” ebenfalls aus der Premium-Verkostung; ein Wein der absolut krass riecht und hervorragend schmeckt
    (Olmera, IGT Veneto 2011 von Azienda Agicola De Stefani)
  • der straubtrockne Weißwein der riecht wie ein Desserwein
    (Al Qasar-Zibibbo, IGT Terre Sicilia, Biologico, 2013 von Cantine Rallo)
  • die beiden Gewürztraminer der Südtiroler, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide für ihren jeweiligen Anlass ausgezeichnet sind
    (Aimè, DOC, 2012 von Girlan & Gewürztraimer, DOC 2012 von Alois Lageder)
  • die Parmesankäse-Entdeckung

Ein schönes Wochenende :)

Die Polizei, dein Freund und …

Neulich im Zug nach München. Hinter mir saß ein Polizistenpärchen, jung, durchtrainiert, gestählt, dynamisch, whatnot. Bis München, Endstation. Wir gingen also alle Richtung Tür, die beiden vor mir. Dort bildete sich eine Schlange, Y-förmig an der Tür. Vor mir eine alte Dame mit einem riesigen roten Rollkoffer und einem “kleinen Schwarzen”. Gegenüber von uns die Polizisten.

Zug hält, Tür geht auf. Die Dame schiebt den Koffer mehrfach unmotiviert Richtung Ausgang. Als sie kurz davor steht frage ich mal “Soll ich Ihnen dabei helfen?” – “Ja, das wäre nett! Vielen Dank!”.

Ich hebe das Teil aus dem Zug, es wiegt ca. 25kg. Ich frage mich wie sie das Ding überhaupt rein bekommen hat. Naja. Koffer draußen, Dame auch, bedankt sich vielmals, ach kein Thema, und weiter gehts Richtung Ausgang. Auf dem Weg dorthin überhole ich dass einkofferige, junge, durchtrainierte, breitkreuzige Polizistenpärchen, das wohl als erstes aus dem Zug gestürzt ist und gerade gemütlich Hand in Hand Richtung Stadt schlenderte.

Vielleicht bin ich ja konservativ, aber irgendwie hätte ich von diesen beiden Stoffeln doch etwas mehr erwartet. Über ein schlechtes Image jedenfalls müssen sich diese beiden nie wieder wundern.